| Pomodori (Tomaten)
Als im 16.
Jahrhundert die ersten Tomaten aus ihrer Heimat Peru über Spanien
nach Italien gelangten, hielt man sie dort zunächst für giftig. Doch
das ist lange her, und mittlerweile sie die "pomodori" (die
goldenen Äpfel), aus der italienischen Küche nicht mehr wegzudenken.
Tomaten sind nicht nur köstlich und äußert vielseitig, sondern auch
sehr gesund. Wenn sie, wie in Italien, in der Sonne voll ausreifen,
erhalten sie viele aromatische Fruchtsäuren, Zucker, Vitamine und
Mineralstoffe, vor allem Vitamin C, Karotin und Kalium.
Verschiedene
Sorten
In der italienischen Küche finden frische Tomaten in
den unterschiedlichsten Gerichten Verwendung. Für Tomatensoße und
-suppen eignen sich allerdings nur aromatische, sonnengereifte Früchte.
Treibhaustomaten sind ein schlechter Ersatz, da ihnen das Aroma fehlt.
Von den verschiedenen Sorten werden Eiertomaten (Fiaschetta) bevorzugt
für Soße verwendet. Die großen schnittfesten Fleisch- und die kleinen
Cocktailtomaten wählt man dagegen gerne für Salate.
Einkaufstips
Sonnengereifte Tomaten außerhalb Italiens zu finden,
war lange Zeit recht schwierig, doch seit einigen Jahren werden auch
dort nicht nur verschiedene Arten, sondern auch Tomaten mit intensivem
Geschmack und Aroma angeboten. Strauchtomaten (Tomaten also, die noch
am Stiel hängen) schmecken besonders gut und rechtfertigen den etwas
höheren Preis. Tomaten, die einer Soße ihr typisches Aroma verleihen
sollen, müssen bereits in ungekochtem Zustand den für sie charakteristischen
Duft ausströmen. Das können Sie beim Einkaufen testen, indem Sie den
Stiel entfernen und an der Frucht riechen. Eine Tomate, die nach nichts
riecht, schmeckt auch nach nichts!
Tomaten nichts im Kühlschrank aufbewahren, da sie auf diese Weise
schneller ihr Aroma verlieren. Unreife Tomaten in einer Papiertüte
nachreifen lassen.
Die
Vorbereitung
Bei den meisten Rezepten werden die Tomaten vor dem
kochen gehäutet und entkernt. Am leichtesten lassen Tomaten sich häuten,
wenn man sie kurz in kochendes Waser taucht (ein bis zwei Minuten
dürften genügen) und dann mit kaltem Wasser abschreckt. Zum Entkernen
sollte man die Tomaten halbieren, den Stielansatz entfernen (er enthält
das giftige Solanin) und die Kerne mit den fingern herausdrücken.
Tomaten
aus der Dose
Gibt es nur Treibhaustomaten frisch zu kaufen, so empfiehlt
sich, auf Konserven mit geschälten Eiertomaten, den "pomodori
pelati", zurückzugreifen. Gute Tomaten aus der Dose sollten dunkelrot
sein, nicht zu viele Kerne haben und in dickem, nicht wässrigem Saft
konserviert sein.
Vor einem Jahrhundert waren die Italiener die ersten, die eine Tomatenkonserve-Industrie
entwickelten, und zwar im Süden, wo die sonnenhungrigen Tomaten besonders
gut gedeihen. Zu den besten Dosentomaten zählen die "pomodori
San Marzano" aus Kampanien, aber auch in der Emilia-Romagna und
in Kalabrien werden Tomaten zu hochwertigen Konserven verarbeitet.
Tomatenmark
Für Tomatenmark (auch Tpmatenpüree genannt) werden
zerkleinerte Tomaten langsam eingekocht, so dass ein dickes Konzentrat
ensteht. Tomatenmak kann man in verschiedenen Stärken (normal, doppelt
und dreifach konzentriert) in Tuben, Dosen oder Gläsern kaufen.
Passata
und Polpa di pomodoro
Durchpassierte oder pürierte Tomaten erhalten Sie in Gläsern oder
kleinen Kartons unter der Originalbezeichnung "passata"
oder "polpa di pomodoro" in guten Supermärkten und italienischen
Delikatessgeschäften.
Polpa ist meist etwas gröber als passata. Bei durchpassierten und
pürierten Tomaten wurden überschussiges Wasser und die Kerne entfernt.
Passata und polpa bilden eine ideale Basis für Soßen und eine gute
Alternative zu Dosentomaten und frischen Treibhausfrüchten.
Eingelegte
Tomaten
In Süditalien konserviert man für den Winter Tomaten
in Gläsern oder Flaschen mit weiten Hälsen. Die Tomaten werden dafür
nur gehäutet und mit etwas Basilikum in die entsprechenden sterilisierten
Behälter gegeben und verschlossen.
Sonnengetrocknete
Tomaten
Nach einer alten traditionellen Methode werden Tomaten
zur Konservierung einfach an dr Sonne getrocknet. Sonnengetrocknete
Tomaten sind sehr aromatisch und intensiv im Geschmack und sollten
deshalb nur sparsam verwendet werden. Sie eignen sich gut für Soße,
die lange köcheln müssen. Man kann sonnengetrocknete Tomaten wie Trockenobst
abgepackt kaufen oder aber in kleinen Gläsern in Öl eingelegt. Manchmal
werden diese auch mit Zugaben wie Chilischoten, Knoblauch oder würzigen
Kräutern angeboten. Das Öl läßt sich auch gut zum Verfeinern verschiedener
Soße verwenden. |