| Peperoni e
peperoncini (Paprikaschoten und Chilis) Im 16. Jahrhundert
brachten spanische Kaufleute Paprika und Chilis von Mittel- und Südamerica
mit in die Alte Welt. Im warmen Klima der Mittelmeerländer gediehen
diese Kulturpflanzen hervorragen und erfreueten sich bald großer kulinarischer
Beliebtheit.
Paprikaschoten
Achten Sie beim Einkauf darauf, dass die Exemplare
fest und prall aussehen und eine glatte, glänzende Haut haben. Weiche
Paprika mit etwaigen Faulstellen meiden. Paprika bereiten Sie am besten
so vor:
Oben und unten eine Scheibe abschneiden, die Paprika längs durchschneiden,
die Samenkerne und Rippen entfernen und die Schoten je nach Rezept
in Streifen oder Stücke schneiden.
Durch Häuten werden Paprika verdaulicher und wunderbar zart. Die Schoten
grillen oder aufgespießt über einer Gasflamme rösten, bis die Haut
schwarz wird und Blasen wirft. In kaltes Wasser tauchen und mit einem
Tuch bedeckt oder in einer Papiertüte 5 Minuten ruhen lassen, bevor
Sie die Haut abziehen und die Paprika entkernen. Paprikaschoten, die
gefüllt werden sollen, blanchiert man kurz in kochendem Salzwasser.
Kochen
mit Paprika
Ob grün, gelb oder orange, ob tiefrot oder dunkelviolett,
Paprika finden in vielen Gegenden Italiens Verwendung.
Die klassische "peperonata" aus der Lombardei (rote Paprika,
Tomaten, Zwiebeln und Knoblauch, in Olivenöl geschmort) schmeckt ausgezeichnet
zu Fleich, Polenta oder kalt als "antipasto". Gefüllte Paprika
sind überall beliebt, doch die Zutaten für die Füllung variieren je
nach Region. In Apulien werden Paprika mit Semmelbröseln, Anchovis,
Kapern, Sultaninn und Pinienkernen gefüllt, was deutlich den Einfluß
der arabischen Küche widerspiegelt. In der Emilia-Romagna besteht
die Füllung aus Reis, Wein oder Balsam-Essig, Petersilie und Pecorino
oder Ricotta. Typisch süditalienisch: halbierte Paprika mit einer
Füllung aus Tomaten, schwarzen Oliven, Parmesan, Petersilie und Basilikum,
Olivenöl und Pfeffer und mit Semmelbräseln knusprig überbacken. Eine
einfache Tomatensoße erhält Biß, wenn man kurz vor Ende der Garzeit
noch eine in Streifen geschnittenen grüne oder rote Paprika dazugibt.
Paprikaschoten werden auch oft mit Auberginen und Zucchini geröstet
und zu Pasta oder Fleisch serviert.
Chilis
oder Pfefferschoten
"Peperoncini" heißen die scharfen roten und
grünen Verwandten der Paprika in Italien, die zahlreichen Gerichten
ein feuriges Aroma verleihen. Die größten Chilis sind dünn, bis zu
4 cm lang und relativ mild im Geschmack; die kleinen frischen oder
getrockneten "diavolicchi" /Teufelchen) hingegen machen
ihrem Namen alle Ehre! Beim Einkauf glänzende, feste Schoten von gleichmäßiger
Farbe wählen. Chili sind wie Paprika reich an Vitamin A und C und
enthalten viel Folsäure und Kalium.
Vorbereitung
Chilis erhalten ihre Schärfe durch Capsaicin, das in
den Samenkernen und weißen Trennwändern sitzt. Wenn Sie es nicht so
scharf mögen, die Chilis vor dem Kochen entkernen. Umgekehrt gilt
natürlich: Wer es sehr scharf mag, gibt die Chilis ganz oder in Stückchen
mitsamt den Kernen in das Gericht. Bei der Vorbereitung besser entweder
Gummi- oder dünne Plastikhandschuhe tragen oder sich unmittelbar nach
dem Umgang mit Chilis gut die Hände waschen. Das Entkernen geht am
besten mit einem spitzen scharfen Messer (Chilischote der Länge nach
halbieren und die Kerne und Trennwände herauskratzen). Bei getrockneten
Pfefferschoten die Kerne mit einem kleinen Löffel herausschaben.
Kochen
mit Chilis
Besonders in den Abruzzen wird gern mit Chilis gekocht.
Zu den bekannten Pasta-Soße dieser Gegend gehören "arrabiata",
die scharf-würzige Tomatensoße mit Chilis und "aglio, olio e
peperoncino" (Knoblauch, Olivenöl und Pfefferschote), letztere
sehr leckr zu Spaghetti.
Schweine- und Lammfleisch sowie Fisch und Krustentiere erhalten mit
Pfefferschoten eine neue Geschmacksnote.
Aufbewahrung
Frische Paprika und Chilis in eine Plastiktüte geben
und im kältesten Teil des Kühlschranks aufbewahren (so halten sie
sich 4 - 6 Tagen). In der Tiefkühltruhe halten sich entkernte, gehackte
Paprika bis zu 6 Monaten. Frische Chilis können Sie auch in Olivenöl
einlegen (die Chilis müssen gut mit Öl bedeckt sein). Sie dunkeln
dabei nach, behalten aber ihr Aroma. Das Öl eignet sich prima zum
kochen! |