| Olive e capperi
(Oliven und Kapern) Knorrige Olivenbäume mit
ihren grauen Stämmen und silbergrünen Blättern und kleine ovalblättrige
Kapernsträucher sind typisch für die karge, trockene Landschaft Süditaliens.
Die Früchte dieser beiden Mittelmeerpflanzen kommen in der regionalen
Küche dieser Gegend besonders gut zur Geltung.
Oliven
Die ersten Olivenbäume wurden von den Karthagern angebaut,
die sie auf der Iberischen Halbinsel einführten. Von dort aus fanden
sie ihren Weg über Frankreich nach Italien. Oliven wurden bereits
in der Bibel erwähnt, und im Mittelalter galt ein Olivenzweig als
Symbol dr Friedens. Olivenbäume gehören zu den immergrünen Gewächsen
und haben in Mai Blützeit. Aus den Blüten entstehen kleine Beeren,
die bis September zu großen, grünen, noch unreifen Früchte heranwachsen.
Die Olivenernte findet im Dezember und in den folgenden Wintermonaten
statt, wenn die am Baum gereiften Oliven schwarz oder braun sind.
Grüne Oliven sind überaus bitter und werden vor der Konservierung
gesondert behandelt, um die überschüßige Säure zu entfernen. Anschließend
legt man sie mit oder ohne Kern in Salzlake ein oder entkernt und
füllt sie mit Paprika, Anchovis oder Mandeln. Schwarze und braune
Oliven werden direkt nach der Ernte in Fässern mit Salzlake konserviert.
Die runden, schwarzen, glänzenden "greche" sind die beliebsten
Oliven in Italien.
Kapern
Der ursprünglich uas Nordafrika stammende Kapernstrauch
gedeiht hervorragend im warmen Mittelmeerklima. Die Sträucher blühen
im Frühjahr, und die Kapern (die Blütenknospen) werden zu dieser Zeit
unreif geerntet. Während der Kapernsaison müssen die Strüucher alle
ein bis zwei Tage von Hand abgeerntet werden. Dieser arbeitsintensive
Vorgang erklärt den hohen Preis von Kapern. Da Kapern wie auch Oliven
im Rohzustand ungenießbar sind, müssen sie entsprechend behaldelt
werden. Man wäscht die Kapern und läßt sie in der Sonne trocknen,
bevor man sie am nächsten Tag entweder in Essig und Salz einlegt (hervorragend
sind Kapern in Balsam-Essig), in 20 %iger Säure konserviert oder mit
Trockensalz in Fässer schichtet. Zu den bevorzugten italienischen
Kapernsorten gehören die kleine, hocharomatische, "capperi"
von den südlich vor Sizilien gelegenen Inseln Pantelleria und Lipari
sowie die etwas größeren Kapern aus Sardinien.
Rund
um Oliven und Kapern
Oliven werden in Dosen und Gläsern sowie in Plastik
versiegelt verkauft, doch am besten schmecken sie frisch, so, wie
sie sind, oder mit Zutaten wie Knoblauch, Zitronenschale, Kräutern
und Chilischoten mariniert. Man erhält sie in italienischen (und türkischen)
Lebensmittelgeschäften und an der Feinkosttheke guter Supermärkte.
Oliven sollten nprall aussehen und knackig schmecken. Oliven in Dosen
halten sie sich bis zu einem Jahr; geöffnet sollten sie innerhalb
von zwei Tagen verbraucht werden. Frische Oliven sind ebenfalls bis
zu zwei Tagen haltbar.
Kapern werden meist in kleinen Gläsern mit Schraubverschluß verkauft.
Je kleiner die Kapern, desto intensiver ist die Aroma. Kapern müssen
auch nach dem Öffnen stets mit Salzlake bedeckt sein und sollten innerhalb
von sechs bis acht Wochen verbraucht werden. In Delikatessengeschäften
gibt es auch in Salz eingelegten Kapern (achten Sie darauf, dass das
Salz weiß ist; gelbes Salz hat zuviel Flüssigkeit absorbiert, und
die Kapern sind ranzig).
Oliven und Kapern vor dem Kochen stets gut abtropfen lassen. In Salz
eingelegte Kapern 10 - 15 Minuten vor Gebrauch in kaltem Wasser einweichen.
Kapern ganz oder gehackt erst gegen Ende der Kochzeit zum Gericht
geben, da sie bei langem Kochen leicht bitter werden.
Oliven
und Kapern in der italienischen Küche
Ein Schälchen Oliven und frisches Brot sind ein hervorragender
Auftakt zu einer italienischen Mahlzeit. Oliven verleihen einer Tomatensoße
würzigen Pfiff und schmecken gut in Salaten, Eintöpfen und als Pizzabelag.
In vielen italienischen Gegeden verwendet man Oliven auch als Zutat
beim Brotbacken (berühmt ist das apulische Olivenbrot).
Kapern würzen Salate, Pasta-Gerichte und Soße. Sie armonieren mit
Fisch wie im klassischen "vitello tonnato", Kalbfleisch
in Thunfischsoße mit Kapern, und im sizilianischen "pesce spada
con capperi e aceto", Schwertfisch mit Kapern und Essig. Beliebt
sind auch Gemüse wie Artischocken und Saubohnen mit Kapern sowie die
aus Sizilien stammende "caponata".
Traditionelle
Gerichte mit Oliven und Kapern
Olive
all' ascolana
Große Oliven mit gut gewürztem gebratenen hackfleisch
füllen, in verquirltes Ei tauchen, mit Semmelbröseln panieren und
ausbacken.
Caponata
Auberginen anbraten und zusammen mit anderen Gemüsesorten,
Oliven und gesalzenen Kapern dünsten. Kalt als Antipasto, warm als
Beilage zu Fleischgerichten servieren.
Paprikasalat
Paprika, Avocato, schwarze Oliven und kleine Mozzarellawürfel
mischen und mit einer Salatsoße aus Olivenöl, Essig, Salz und Pfeffer
kurz ziehen lassen. |