| Melanzane
(Auberginen) Auberginen
sind Nachschattengewächse und gehören zur gleichen Familie wie Tomaten
und Paprikaschoten. Sie stammen ursprünglich zwar aus dem tropischen
Asien, werden jedoch seit dem 15. Jahrhundert in Italien angebaut.
man sagt, dass Auberginen 120 Tage Sonnenschein zwischen Frostperioden
benötigen, und Süditalien bietet die perfekten Bedingungen für ihr
Gedeihen. Heir gehören sie zu den grundlegenden Zutaten der einheimischen
Küche. "Aubergine" ist ein französisches Wort, wurde aber
aus dem Sanskrit abgeleitet und bedeutete wörtlich "kleine Blähungen"
(ein Hinweis auf die Tatsache, dass dieses Gemüse nicht die gleiche
- zuweilen unangenehme) Wirkung auslöst wie Hülsefrüchte und Kohl.
Verschiedene
Arten
Auberginen wachsen an kleinen Büschen, die
bis zu 1,5 Meter hoch werden. Bei der Auberginenart, die am bekanntesten
und am weitesten verbreitet ist, hat die Frucht eine dunkelviolette
Haut, ist rundlich oder keulenförmig und wiegt etwa 350 g. Die glänzende
Haut ist dünn, und das cremefarbene Fruchtfleich hat eine etwas schwammige
Konsistenz. Heutzutage gibt es allerdings viele andere Arten mit sehr
unterschiedlichen Farben (von fast schwarz bis rosa und sogar weiß).
Auch Auberginen mit violet-weiß gestreifter Haut sind keine Seltenheit.
Die Größe variiert ebenfalls stark: Ein großes violettes Exemplar
kann bis zu 750 g wiegen, ein kleines weißes ist nicht größer als
ein Ei. Vielleicht rührt daher der Name "Eierpflanze" für
die Aubergine! Interessant sind auch neapolitanische Aubergine, die
eine lange, dünne Form aufweisen.
Tips
für den Einkauf
Achten Sie beim Einkauf darauf, dass die Haut
glänzend und straff ist. Der Stengel, der in der Regel stachelig ist,
sollte eine gesunde grüne Farbe haben. Vrmeiden Sie Aubergine mit
Runzeln oder weichen Stellen, denn sie sind überreif. Die Frucht soll
sich schwer anfühlen; ist dies nicht der Fall, hat sie bereits Samenkerne
entwickelt und schmeckt holzig und bitter. Bei der normalen violetten
Aubergine enthalten die kleineren Exemplare weniger Kerne als die
großen.
Zubereitung
Schneidet man eine Aubergine auf, so wird
sie schnell braun. Diese Verfärbung kann man verhindern, indem man
das Fruchtfleich mit Zitrone einreibt. In der itelienischen Küche
werden Aubergine in Scheiben, Streifen oder Würfel geschnitten. Manchmal
werden sie auch nur halbiert und gefühlt. Vor dem kochen empfiehlt
sich, Aubergine einzusalzen, damit sie ihre Bitterstoffe abgeben (bei
kleinen Aubergine ist dies jedoch nicht umbedingt nötig). Dazu legt
man die in Streifen oder Scheiben geschnittenen Aubergine in ein Sieb,
bestreut sie mit Salt und läßt sie 30 Minuten stehen, damit die bittere
Flüßigkeit ausläuft. Anschließend sollte man sie mit kaltem Wasser
abspülen und trockentupfen.
Einfache
Serviervorschläge
In Italien bereitet man die Auberginen gerne
auf ganz einfache Art zu.
In Scheiben geschnitten werden in Salz, Olivenöl und Zitronensaft
mariniert und dann einfach nur gegrillt. So sind sie ein idealer Belag
für Crostini. Wegen ihrer Konsistenz eignen sich Auberginen auch zum
frittieren. In Apulien werden sie z. B. in Teig ausgebacken oder mit
Semmelbröseln paniert und frittiert als Antipasti serviert. Werden
Auberginen "al funghetto", also wie Pilze, zubereitet, so
sautiert man sie mit Knoblauch und gehackter Petersilie. Auberginen
eignen sich auch hervorragend für Nudelsoße und lassen sich zusammen
mit Tomaten verwenden.
Klassische
Rezepte
Für klassische italienische Auberginenrezepte
wie z. B. "melanzane alla parmigiana", muss das Gemüse erst
in der Pfanne gebraten werden. Dabei ist es wichtig, dass das Öl sehr
heiß ist, wenn man die Auberginenscheiben in der Pfanne gibt, damit
sie nicht zuviel Fett aufsaugen. Man sollte während des Kochens nie
weiteres Öl zugießen, weil dadurch die Temperatur wieder gesenkt wird.
Nach dem Braten empfiehlt es sich, die Scheiben auf saugfähigem Küchenpapier
abtropfen zu lassen.
Für "melanzane alla parmigiana" schichtet man Auberginenscheiben
abwechselnd mit Tomaten und Mozzarella sowie Parmesan in eine Form
und backt das Ganze im Ofen goldbraun.
Auberginen bilden oft auch die Grundlage reichhaltiger Gerichte wie
gebackene "melanzane ripene". Hier werden die Auberginen
halbiert, ausgehöhlt und mit einer Mischung aus Fruchtfleisch und
verschiedenen Zutaten wie Semmelbröseln, Schinken, schwarzen Oliven,
Knoblauch, Petersilie und Pilzen gefüllt. Es lohnt sich auch, die
sizilianische "caponata" auszuprobieren, ein süß-saures
Gericht. Nach dem traditionellen Rezept werden gewürfelte Auberginen
mit Kapern, Oliven. Sellerie, Anschovis, Essig und Tomaten gekocht,
dann läßt man die Caponata abkühlen und serviert sie mit Mandeln oder
Pinienkernen garniert.
Konservierung
Auberginen werden entweder durch Lufttrocknung
oder in Olivenöl konserviert. Für "melanzane sott' olio",
eine sizilianische Spezialität, werden die Auberginen geschält, klein
geschnitten und anschließend mit Weißweinessig und Salz vermengt.
Die Mischung wird mit einem beschwerten Teller bedeckt und über Nacht
stehengelassen. Danach werden die Auberginen abgegossen und mit einem
Geschirrtuch trockengetupft. Anschließend werden die Auberginenstücke
mit getrockneten Chilischoten und Oregano in sterilisierte Gläser
gefüllt und mit Olivenöl aufgegossen. Nach drei Wochen Lagerung schmecken
sie vorzüglich und werden gewöhnlich mit Salami und Käse als Antipasto
serviert. |